Zucker ist schlecht für mich! Oder nicht?

Pan-narrans-Logo-FragezeichenMit diesem Statement und natürlich auch mit der dazugehörigen kritischen Frage möchte ich gerne eine neue Reihe von Postings einläuten. Mit dem lustigen Fragezeichen in meinem Blog-Logo als Erkennungszeichen werde ich demnächst verschiedene Aspekte der Ernährung nach dem Prinzip „Steinzeitfutter“ beleuchten. Den Anfang macht heute der Zucker, der ja nicht nur von Menschen gemieden wird, die sich paleo ernähren. Auch viele Veganer und andere ernährungsbewußte Menschen meiden Zucker. Aber warum? Zucker ist lecker, sieht gut aus und bringt enorm viel Energie mit. Oder etwa nicht?!
 

Was ist Zucker?

Wikipedia weiß: „Zucker ist zum einen ein Sammelbegriff für alle süß schmeckenden Saccharide (Einfach- und Zweifachzucker), zum anderen aber auch die Handelsbezeichnung für den Zweifachzucker Saccharose.“ Zucker existiert in verschiedensten Formen. Die meisten werden den weißen Haushaltszucker (Raffinade oder auch Kristallzucker) kennen, aber es gibt eben auch braunen Rohrzucker, Kandis, Puderzucker, Rübenzucker, Plattenzucker, Würfelzucker und sicher noch ein Dutzend mehr Varianten.
Daneben gibt es noch mal so viele Arten von sogenanntem Zucker. Fruchtzucker, Invertzucker und Milchzucker tragen die Bezeichnung direkt im Namen. Andere Zusatzstoffe „verstecken“ ihren Zucker-Charakter hinter der Endung „-ose“: Mannose, Maltose, Glucose, Fructose, Dextrose, Laktose und viele andere finden sich in den Zutatenlisten diverser Lebensmittel.

Wozu ist Zucker gut?

Zucker wird zu verschiedenen Zwecken eingesetzt:

  1. Süßung: Zucker ist ein relativ billiges und sehr effektives Süßungsmittel.
  2. Färbung: Zucker wird Lebensmitteln oft zugesetzt um eine schöne bräunliche Farbe zu erzeugen. „Zuckerkulör“ wird dazu oft in Getränken und Süßwaren eingesetzt. Aber auch andere Zuckerarten können einem Produkt zur Karamellisierung bei der späteren Zubereitung zugesetzt werden.
  3. Energiezufuhr: Zucker hat einen Energieinhalt von 4 kcal je Gramm und gehört zur Gruppe der Kohlenhydrate. Die einzelnen Bestandteile des Zucker können vom menschlichen Organismus sehr schnell genutzt werden, schneller als Fett oder Eiweiß.

Das klingt erst mal nach einem tollen Ding. Ist lecker, sieht gut aus und bringt Energie. Was braucht es mehr?

Was spricht gegen den Zucker?

  1. Leere Kohlenhydrate: Die industrielle Herstellung von Zucker hat das Ziel, ein möglichst reines Produkt zu erzeugen. Dabei gehen alle anderen Nährstoffe verloren. Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Ballaststoffe – alle diese wichtigen Bestandteile sind in Zucker nicht vertreten. Unser Körper benötigt diese Stoffe aber, um zu funktionieren!
  2. Zucker macht dick: Die hohe Energiedichte und die schnelle Verfügbarkeit von Zucker als Energiequelle für den menschlichen Organismus macht ihn zu einem sehr mächtigen Lebensmittel. Die WHO empfiehlt den Zuckerkonsum auf höchsten 5% des Tagebedarfs an Kohlenhydraten zu beschränken. Für einen erwachsenen Menschen sind das weniger als 30g. Ein Glas Cola enthält schon mehr als das! Der nun rasant steigende Blutzuckerspiegel sorgt für eine erhöhte Insulinausschüttung. Insulin hemmt jedoch den Fettabbau, während überschüssige Energie von unserem Körper in Form von Fett gespeichert wird.
  3. Zucker macht krank … ?: Ich bin kein Mediziner. Und ich habe keine Lust hunderte von Seiten irgendwelcher Studien analysieren und zu bewerten, um alle die bewiesenen, umstrittenen oder widerlegten Krankheiten hier aufzuzählen. Zuckersucht, Krebs, Osteoporose, ADHS, Diabetes, Karies … Ich wage nicht, das zu beurteilen. Es gibt aber auch in der deutschsprachigen Paleosphäre ein paar lesenswerte Artikel dazu, zum Beispiel bei Urgeschmack.de.
  4. Zucker ist nicht paleo: Zuguterletzt ist industriell hergestellter Zucker nicht paleo-konform. Die Rohstoffe werden bei hohem Druck und unter hohen Temperaturen verarbeitet. Ziel ist ein im Haushalt leicht zu verarbeitendes Produkt. Das hat jedoch mit natürlichen Lebensmitteln nicht mehr viel zu tun.

Wie kann ich Zucker vermeiden

Okay, wenn Zucker also schlecht für mich ist – und sei es nur wegen der Wirkung als Dickmacher – was kann ich dann tun, um dieser Wirkung aus dem Weg zu gehen?

  1. Vermeide Industrieprodukte: Ein Blick auf die Zutatenliste sehr vieler Lebensmittel in unseren Supermärkten offenbart es recht schnell: Zucker wird in verschiedensten Formen sehr vielen Produkten zugesetzt. Und leider fehlt in sehr vielen Fällen eine Mengenangabe.
  2. Honig statt Zucker: Wenn etwas gesüßt werden muss heißt das noch lange nicht, dass es keine Alternative zum Zucker gibt. Als paleo-konformes Steinzeitfutter gilt da in aller erster Linie der Honig. Er ist ein Naturprodukt dessen Süßkraft dem reinen Zucker sehr nah kommt. Außerdem enthält Honig aber viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren. Damit ist Honig ein extrem wertvolles Nahrungsmittel. Hinzu kommt, dass Honig beinahe überall in Deutschland aus lokaler Produktion erhältlich ist. Das stärkt den paleo-Gedanken, lokale Lebensmittel zu bevorzugen.
  3. Alternative Süßungsmittel: Neben Honig kommen auch Ahornsirup oder Agavendicksaft grundsätzlich als natürlichere Süßungsmittel in Betracht. Ob sie zum eigenen Ernährungsstil passen, muss jeder für sich entscheiden – die paleo-Spähre ist sich zumindest nicht einig, ob man sie benutzen sollte oder nicht.
  4. künstliche Süßstoffe? Natürlich könnte ich auch künstliche Süßstoffe verwenden. Ab „E950“ aufwärts ist davon ein knappes Dutzend in Deutschland zugelassen. Ihre industrielle Herstellung und die Tatsache, dass sie eben nichts gutes tun, außer eine künstliche Süße zu verleihen, schließen sie jedoch in meinen Augen als Steinzeitfutter aus. Bei Paleo360.de werden Süßungsmittel sehr gut dargestellt.

Fazit

Zucker ist an sich nicht das Problem sondern die Dosis macht das Gift. Erst wenn ich alles vermeide, was Zucker in einer zu hohen oder unbekannten Dosierung enthält, kann ich dieses Problem in den Griff bekommen. Dann kann ich auch ohne schlechtes Gewissen meine selbst gekochten Gerichte mit einem Löffel Honig oder etwas Ahornsirup süßen. Denn nur so weiß ich, was drin ist. Durch die Konzentration auf gute, paleo-konforme Zutaten wird mein Steinzeitfutter jedenfalls nicht zum versteckten Zuckerlieferanten.

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Ein Kommentar zu “Zucker ist schlecht für mich! Oder nicht?

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