Her mit den Paleo-Drinks! Oder: Ist Steinzeitfutter alkoholfrei?

Pan-narrans-Logo-FragezeichenIhr habt vielleicht gelesen, warum ich auf Getreide und Hülsenfrüchte verzichte (nicht nur wegen der Stärke!) und dass Zucker nicht gut für mich ist. Damit fehlt zur Vervollständigung der kleinen Kohlenhydrate-Reihe eigentlich nur noch der Alkohol. Menschen die Steinzeitfutter essen werden oft in einen Topf geworfen mit all den anderen Leuten, die sich alternativ ernähren. Das Vorurteil vom „genussfeindlichen Konsumverweigerer“ kommt da leider sehr schnell zum Vorschein! Das trifft jedoch weder auf Paleo zu, noch auf irgend eine andere Ernährungsform, die mir bisher begegnet ist! Im Gegenteil habe ich in den vergangenen knapp 3 Wochen die Erfahrung gemacht, dass Paleo eine wirkliche Bereicherung in Sachen Genuss ist. Warum also sollte Alkohol nicht „paleo-konoform“ sein?
 

Was ist Alkohol?

Alkohole gibt es viele, für den menschlichen Konsum ist aber nur Ethanol relevant. Wikipedia weiß: „Die Vergärung von Zucker zu Ethanol ist eine der ältesten bekannten biochemischen Reaktionen.“ Es handelt sich also um vergorenen Zucker und wir befinden uns wieder im Reich der Kohlenhydrate. Weiter unten heisst es dann: „Ethanol wird im gesamten Verdauungstrakt aufgenommen. Dies beginnt in geringem Umfang bereits in der Mundschleimhaut. Das dort resorbierte Ethanol geht direkt in das Blut über und wird damit über den gesamten Körper einschließlich des Gehirns verteilt. Etwa 20 % werden im Magen resorbiert; der Rest im Dünndarm.
Als typisches Kohlenhydrat hat Alkohol einen hohen Energieinhalt, verhält sich in diesem Aspekt also wie Zucker.

Wozu ist Alkohol gut?

Neben der Funktion als Genussmittel wird Alkohol im Lebensmittelbereich auch zur Konservierung eingesetzt. Das war es aber im Großen und Ganzen auch schon. Darüber hinaus lässt sich mit Alkohol lebensmittelmäßig nicht viel anfangen.

Was spricht gegen Alkohol?

Ich fürchte in Bezug auf Kohlenhydrate wird es langsam zu einem Mantra, aber es ist leider so:

  1. Leere Kohlenhydrate: Die meisten alkoholischen Getränke haben über den Energieinhalt hinaus kaum positive Effekte auf den menschlichen Organismus. Es wird immer mal wieder behauptet, dass Rotwein gesund sei. Aber dabei scheint es sich um eine Ente zu handeln, siehe auch die entsprechenden Einträge bei Wikipedia. Der wesentliche Satz ist: „Da die kovariante Lebensführung den größten Einfluss auf das Risiko ausübt, wird Alkoholkonsum in keiner Leitlinie empfohlen; und zwar weil es keinen risikofreien Alkoholkonsum gebe.
  2. Toxikologie: Alkohol wird als Ursache für diverse Krankheitsbilder angesehen. Er zerstört Nervenzellen und führt bei zu hohem Konsum zu Mangelerscheinungen. Das Krebsrisiko steigt und es kann zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit kommen. Außerdem wirkt Alkohol in der Schwangerschaft schädigend auf das Ungeborene. In Deutschland sterben jährlich über 40.000 Menschen an den Folgen des Alkoholmissbrauchs.

Das erklärt, warum Alkohol eben kein Lebensmittel ist. Für den Körper ist es Gift, so dass es bestenfalls noch als Genussmittel taugt – aber auch nur, wenn man die negativen Folgen bewusst ausblendet.

Darf ich trotzdem Alkohol trinken?

Kurze Antwort: Ja.
Pan-Narrans Grappa Sammlung AlkoholLange Antwort: Mein persönlicher Alkoholkonsum war schon bevor ich mit dem Steinzeitfutter angefangen habe beinahe vernachlässigbar. Einmal in 2 oder 3 Wochen habe ich ein Glas Wein getrunken. Vielleicht 1 oder 2 Mal im Monat wurde ein Essen gekocht, in dem Wein verarbeitet wurde. Ganz selten mal ein Glas Bier und noch seltener etwas hochprozentiges. Von Zeit zu Zeit schiele ich herüber zu den Resten meiner kleinen Grappa-Sammlung, kann aber aktuell gut darauf verzichten. In genau diesen Maßen soll mein Alkoholkonsum auch bleiben. Allerdings werde ich auf das Bier wohl lieber komplett verzichten, ebenso wie auf die meisten Destillate. Ich finde Wein und Grappa reichen absolut aus. Selbst in Gesellschaft läuft man nicht Gefahr, damit unhöflich zu wirken und diese beiden Produkte sind relativ wenig verarbeitet – also durchaus nach dran an dem, was man so paleo-konform nennt. Das sehen auch andere Paleo-Freunde ähnlich, wie etwa paleo360.de oder die Autoren vom Paleowiki.
 
Und wie haltet ihr es mit dem Alkohol? Seid ihr strenge Antialkoholiker oder gibt es bei Euch eine Grauzone? Könnt ihr Euch ein Leben ohne Alkohol vielleicht gar nicht vorstellen? Erzählt doch mal ein wenig von Euren Erfahrungen. Ich freue mich drauf 🙂

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