Steinzeitsport: Radreise von Bochum nach Münster

Im schönen Ruhrtal finden sich sehr viele gut ausgebaute und hübsche Radwege, zum Beispiel rund um den Baldeneysee. Aber wenn man einmal heraus will aus dem Ruhrgebiet, dann bietet sich das Münsterland als benachbarte Region geradezu an. Münster gilt nicht umsonst als die Hauptstadt der Radfahrer in NRW. In den vergangen Tagen habe ich mich selber auf diese Reise begeben und möchte Euch nun ein paar Eindrücke und nicht zuletzt einen Routenvorschlag mit auf Euren Radweg geben. Die Wegpunkte dieser Route findet ihr außerdem als Hilfe für die eigene Routenplanung am Ende dieses Beitrags.
Wegweiser an der ErzbahntrasseStartpunkt ist der Bahnhof Bochum Dahlhausen, der kaum einen Steinwurf weit von meiner Haustüre entfernt liegt. Er ist mit der S-Bahn Linie 3 oder der historischen Ruhrtalbahn sowie mit Straßenbahn und Bus erreichbar. Außerdem existiert ein P+R-Parkplatz, auf dem ihr euer Auto abstellen könnt. Der ideale Startpunkt also auch für weitere Touren im Umkreis!
Der erste Streckenabschnitt folgt einer historischen Bahntrasse in Richtung Bochum Weitmar und überwindet mit ca. 80 Höhenmetern auf 4,5 km Strecke auch schon die einzig nennenswerte Erhebung der gesamten Tour. Von Weitmar aus führt ein Fahrradweg neben der Straße gut 5 km weit entlang der Hattinger Straße und der Bessemer Straße zum Bochumer Westpark mit der Jahrhunderthalle. Ab hier geht es wieder auf eine alte Bahntrasse, die sogenannte Erzbahntrasse. Sie führt euch über gewagte und luftige Brücken bis zur Zoom-Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Nach der Überquerung des Rhein-Herne-Kanals geht es entlang der Emscher bis zum Dortmund-Ems-Kanal. Auf dem Weg trefft ihr immer wieder auf Kunst und Kultur am Kanal, es lohnt sich also die Augen offen zu halten!
Mährenfurt an der Emscher Pan Narrans
Kurz hinter der Stelle, an der die Emscher den Kanal unterquert, geht es auch für Radfahrer auf das östliche Ufer des Dortmund-Ems-Kanals. nach knapp 40 km ist dann das erste Highlight der Tour erreicht: Das Schiffshebewerk Henrichenburg. Heute liegt dieses gigantische Wunderwerk der Technik mitten im Grünen an einer Kanalkreuzung, die ihre größte wirtschaftliche Bedeutung längst hinter sich hat. Wer ein paar Stunden Zeit mitbringt, kann im angeschlossenen Schleusenpark Waltrop viel über die Technik und das Leben an und mit dem Kanal erfahren.
Schiffshebewerk Henrichenburg Pan Narrans
Weiter geht es Richtung Norden und Westen wieder über den Kanal und hinein nach Datteln. Der Radweg am Kanalufer ist etwas holprig – wer den Verkehr nicht scheut sollte also vielleicht auf Straßen durch die Stadt ausweichen. Ziel ist die Schleuse Datteln, wo der Wesel-Datteln-Kanal und der Dortmund-Ems-Kanal zusammentreffen. Nördlich der Schleuse führt ein recht gut ausgebauter Radweg bis Olfen entlang der „Alten Fahrt“. Ihr folgt einem historischen Stück des Dortmund-Ems-Kanals, das Anfang des 20ten Jahrhunderts stückweise durch die heutige Streckenführung abgelöst wurde. Ab Olfen führt der Radweg über Lüdinghausen bis Senden mal dichter mal weiter entfernt am Kanal entlang.
Burg Kakesbeck Pan Narrans
Der Streckenabschnitt von Lüdinghausen bis Senden folgt der „100-Schlösser-Route“ und bietet am Weg herrliche Einblicke in die herrschaftliche Architektur des Münsterlandes. Oben ist zum Beispiel Burg Kakesbeck zu sehen, eine Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert, die einen morbiden Charme versprüht. Aber auch Burg Lüdinghausen und Burg Vischering liegen auf dem Weg. In Senden angekommen bieten Schlosspark und Schloss Senden eine schöne Kulisse für eine Rast am Wasser nach rund 80 km im Sattel.
Schloss Senden Pan Narrans
Ab hier führt der Weg sehr gemütlich und schön ausgebaut am Kanal entlang vorbei an Amelsbüren und Hiltrup bis hinein nach Münster. Den krönenden Abschluss bildet natürlich das Fürstbischöfliche Schloss Münster. Diesen wunderschönen Blick auf das prächtige Hauptportal habt ihr euch dann nach gut 100 km Radtour auch redlich verdient. Das Schloss selber ist heute übrigens Teil der Universität, deren Studierende das Stadtbild von Münster prägen und zu einer sehr lebendigen Stadt machen.
Schloss Münster Pan Narrans
Meine Wegpunkte und die oben beschriebene Streckenführung könnt ihr direkt beim „Radroutenplaner NRW“ finden. Alternativ könnt ihr den GPX-Track herunterladen. Wer auf dem Weg nach Übernachtungsmöglichkeiten sucht wird bei „Bett und Bike“ vom ADFC fündig. Diese Herbergen sowie alle Sehenswürdigkeiten, Gasthäuser und sonstigen Besonderheiten sind im Radroutenplaner NRW sehr praktisch eingebunden und leicht zu finden. Ich selbst habe die Nacht zwischen Hin- und Rückfahrt sehr gut im Hotel „Überwasserhof“ in Münster verbracht.
Also dann: Viel Spaß beim Radeln!

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